Punks in Dänemark

Die Regierungsform Dänemarks ist eine parlamentarische Demokratie. Die Monarchie hat einen eher geringen Einfluss, da sie außerhalb des Gesetzes steht. Unser Nachbarland hat eine erstaunlich kleine Punkszene. So dass zwar im Grunde jeder jeden kennt, es aber kaum neue Gesichter gibt. Es gibt auch kaum ältere Punks, fast ausschließlich nur Jungvolk. Ungerechterweise sind die dänischen Punkbands im Ausland kaum bekannt, obwohl einige richtig gute darunter sind.

Die international bekannteste Combo dürften THE ZERO POINT aus Aarhus sein.Die Band um Sänger STEEN THOMSEN ist, 1979 gegründet, die älteste und langlebigste Punkband Dänemarks. Schon in den frühen 80ern tourte die Combo u.a. in Deutschland, England, Norwegen und Spanien und erspielte sich den Ruf einer exzellenten Liveband. Nach einer Bandpause fanden sich THE ZERO POINT 2002 im Original 1985er Line-Up wieder und waren in den letzten Jahren auf den wichtigsten europäischen Open Airs wie dem Holidays in the Sun (England), dem Antifest (Tschechien) oder dem Wasted Festival (Holland) vertreten, 2008 folgte eine komplette England-Tour mit den TOY DOLLS. 2006 erschien das Album "Shameless Selfpromotion" auf unserem Label IMPACT RECORDS. Melodiöse und hymnenhafte Hits zwischen Punkrock, Streetpunk und Oi! schüttelt sich die Band hier aus dem Ärmel, die den geliebten Klassikern aus UK in nichts nachstehen!  

Aber nicht nur ältere Bands im typischen 80iger-Style wie Zero Point, Sods oder Kalshnikov, gerade die neueren Bands wie zum Beispiel Skullclub spielen auf einem sehr hohen Musikniveau. Die Band Skullclub könnte man fast als eine Art dänische Seemannsband sehen oder auch als echt harte Klabautermänner. Neben den üblichen Instrumenten wird auch Banjo gespielt, was dem Ganzen eine besondere Note verleiht. In den kraftvollen Songs wird natürlich nicht nur die See besungen und die Band hat einen leichten Hang zu Horror-Elementen. Wer die Band noch nicht kennt sollte sie unbedingt kennenlernen! Ein ziemlich bekanntes Stück ist Knaek Nak Skipper. Und für St. Pauli Fans hat die Band einen ganz besonderen Leckerbissen: Se St. Pauli og do

Dänemark hat es gerade echt nicht leicht. Ein sehr deutlicher Rechtsruck ist spürbar. Früher galt Dänemark als sehr tolerant, davon werden wir uns wohl erst mal verabschieden müssen. Die rechten Parteien verschärfen seit einigen Jahren immer mehr die Asylpolitik mit teils seltsamen Vorschlägen. So sprach man sich zum Beispiel dafür aus, Asylbewerber an einem wenig attraktiven Ort außerhalb des dänischen Festlandes unterzubringen. Die dänische Angst vor Flüchtlingen und Moslems ist leider allgegenwärtig.

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Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist der Freistaat Christiana in Kopenhagen. 1971 wurde der frühere Militärort von Hippies in Beschlag genommen. Christiana ist im Grunde vergleichbar mit einem großen Bauwagenplatz nur mit Häusern. Da in der Nähe von Christiana ziemlich viele Drogen gedealt werden, sollte 2007 ein Teil von der Polizei geräumt werden. Die Bewohner schafften es die Polizei erfolgreich zu vertreiben. Auch 2008 wurde ein Bereich geräumt, aber sofort danach wiederbesetzt und neu errichtet.

2012 konnte der Freistaat Christiana das Gelände für viele Kronen kaufen, und es ihr Eigen nennen. Auch heute existiert es noch. Um das Gelände erhalten zu können, greift man auf die DIY Kultur zurück und bietet für Geld Tourführungen durch Christiana an. Es bleibt nur zu hoffen das Dänemark sich schnell wieder vom Rechtsruck lösen kann und zu seiner berühmten Toleranz zurückfindet.

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