Punks in Indonesien

Indonesien! Weiße Strände, kristallklares, türkises Wasser und Palmen. Ein toller Ort, um Urlaub zu machen?! Tja, so einfach ist das leider nicht. 2011 machten weltweit traurige Nachrichten die Runde. 65 Punks wurden von der Polizei zur Zwangswaschung in einem Fluss genötigt. Sie mussten sich rasieren und die Haare schneiden. Ihre Kleidung sowie Piercings wurden ihnen abgenommen. Für 10 Tage mussten die Punks zu einem „Rehabilitationskurs“ bei der Polizei. Dort gab es dann erst einmal Religionsunterricht, der dazu dienen sollte, die Punks wieder auf den „rechten muslimischen Pfad“ zu bringen.

 

1998 wurde in Indonesien nach 30 Jahren das rechte Militärregime gestürzt. Unter den Studenten waren damals schon Punks in der zweiten Generation. Nach wie vor werden Punks in Indonesien stark diskriminiert. Und obwohl die Diktatur von Suharto vorbei ist, gelten lange Haare und Tattoos immer noch als kriminell. In einigen Teilen Indonesiens herrscht heute die Scharia. Auch heute werden bei Punkveranstaltungen immer wieder Bombendrohungen ausgesprochen und es muss mit körperlicher Gewalt gerechnet werden. Die Drohungen und Gewalt gegen die Punks gehen teils von radikal muslimischen Menschen, aber auch von Nazis aus. Die Punkbewegung sieht sich selbst als interreligiöse und politische Szene.

 

Rein optisch sehen die indonesischen Punks wie die meisten aus. Tattoos, Piercings, Lederjacken, Dreads und Iros. Musikalisch ist die Punkszene richtig, richtig gut mit sehr explosivem Punkrock auf Indonesisch. Bekannte Bands sind unter anderem:

 

  • Superman is dead

  • Bunga Hitam

  • Marjinal

 

Ein ziemlich bekanntes Lied von Marjinal ist Negri Ngeri, was so viel wie „das Land ist entsetzt“ bedeutet. Wir, die wir hier den Umständen entsprechend frei als Punks leben können in Deutschland, sollten unsere Leute da in Indonesien nicht vergessen. Auch wenn das Land weit weg scheint, sind sie doch ein toller Teil unserer Szene. Und es ist mehr als bemerkenswert, dass sie trotz den Drohungen und körperlichen Übergriffen nicht aufgeben und weiterkämpfen.

 

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